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Empörte Flut

R: Viktor Kalinke, D: Heidi Elkenreich, Viktor Kalinke, Ort: Berlin, 2008, 6:57 min

Eine apokalyptische Sintflut, die Westeuropa unter Wasser setzt, ereilt die Protagonisten während einer Urlaubsreise. Herr Klopsig, ursprünglich Bahnangestellter, und die adlige Kunstliebhaberin Frau Edelsüß verlieren ihr Zuhause. Es verschlägt sie nach Berlin, wo die Sintflut an der ehemaligen Zonengrenze stoppt – ein Ereignis, das von der Regierung zum Anlaß genommen wird, die „liberale Diktatur“ auszurufen. Deutschland wird zu einem Bezirk der Russischen Föderation erklärt und der russische Präsident zum russisch-deutschen Präsidentenkanzler. Nicht nur Rauchen und Autofahren, sogar das Fallenlassen von Papier auf Sandwegen werden bei Strafe verboten. Die Protagonisten erleben eine Welt, in der Europa halb überflutet, Afrika zu einer Stätte der Hochkultur und Rußland erneut zur Weltmacht aufgestiegen ist.

In dieser Situation gelingt es dem Paar, sich durch Handel mit Märkischem Wein zu behaupten. Frau Edelsüß besteht erfolgreich eine Prüfung zur Anerkennung ihrer aristokratischen Herkunft und führt seitdem ein von materiellen Sorgen freies, nicht minder aufregendes Leben. Grotesk, von einem surrealistischen Ereignis ins nächste stolpernd, vollzieht ihre Beziehung eine Achterbahnfahrt. Immer neue Krisen gefährden und erschüttern ihre Existenz; Verehrer verfolgen und Polizisten plagen sie. Eine Verwicklung mit seinem Vater führt Herrn Klopsig erst ins Gefängnis, dann in eine unterirdische Psychiatrie, in deren Nachbarschaft der Vatikan sein Exil gefunden hat. Und auch Dichter und Künstler können nicht vorm Mörder auf der Tanzfläche schützen. Verliebt, geliebt, weggesperrt und betrogen fassen Herr Klopsig und Frau Edelsüß, jeder für sich und zusammen, Fuß in einer absurden Wirklichkeit. Die vielschichtige Struktur des Textes aus erzählerischen und dialogischen Passagen, voller philosophischer und erotischer Elemente, entwirft ein geistreiches und scharfsinniges, gleichsam filmisches Porträt unserer Gegenwart.

Aufführungen / Festivals:

14. November 2008: ERATA wird zehn


 

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