Der Veranstaltungskalender

(Ort: Kulturgenußladen, Brockhausstr. 56, wenn nicht anders angegeben)

Mittwoch, 1. Februar 2012, 19:30 Uhr, Leipziger Stadtbibliothek

Marina Zwetajewa: Es liest Erich Ahrndt

Buchpremiere mit dem Übersetzer Erich Ahrndt

Marina Zwetajewa: das ist Aufbrausen, Ungestüm, höchster Anspruch - aber auch Innigkeit, Einkehr, Zurückgezogenheit. Ihre Themen sind Leidenschaft und Eifersucht, Heimweh und Sehnsucht, Einsamkeit der Künstlerin und Mitfühlen mit den Leidenden und Geschundenen. Ihre Sprache ist lakonisch, ausdrucksstark, tief emotional, aus dem Inneren geschöpft. Daß sie - im Dichten wie im Leben - zur Maßlosigkeit neigte, war ihr wohl bewußt. Mit sechzehn Jahren reist sie allein nach Paris, um an der Sorbonne Vorlesungen in altfranzösischer Literatur zu hören. Schon zwei Jahre nach ihrer frühen Heirat (1912) steckt sie mit der Liebe zu einer Frau, mit der sie zusammen lebt und reist, die Freiräume ab, die sie für ihr Leben beansprucht. Doch hält sie, trotz mehrerer folgender Beziehungen zu Männern wie Frauen, zeitlebens zu Sergej Efron, ihrem Ehemann.

Auch mir sprang das Blut in die Wangen
So rot - und gelockt war mein Haar ...
Auch ich bin gewesen einst, Wanderer!
Verweil! Wie lebendig ich war!

 

Mittwoch, 22. Februar 2012, 19:30 Uhr, Lettrétage Berlin, Methfesselstraße 23-25

Neue Übersetzungen amerikanischer Lyrik
Christine Pfammatter, Norbert Lange, Mathias Traxler und Tobias Amslinger stellen neue Übersetzungen von James Laughlin und Charles Bernstein vor

James Laughlin war der Gründer eines der bedeutendsten Verlage für amerikanische Lyrik des 20. Jahrhunderts. In seinem Verlag New Directions publizierte er die frühen Gedichte von Lyrikern wie Dylan Thomas und Marianne Moore. Keineswegs sollte man jedoch über sein eigenes lyrisches Schaffen hinweg sehen. Laughlins literarischer Kosmos umfasst das Leben in all seinen Facetten: ob sexuelle Liebe, persönliche Erinnerungen an Dichterfreunde und geliebte Familienmitglieder, Laughlin beschreibt das Geschehen immer mit reichlich Anmut und Witz. Seine kurzen Verse vermitteln durch ihre Verdichtung eine große Klarheit. Christine Pfammatter ermöglicht mit ihrer Neuübersetzung von Laughlins dichterischem Werk einen frischen Blick auf den oft zu Unrecht unterschätzten Lyriker und Verleger.

James Laughlin (* 1914, † 1997) wuchs in Pittsburgh, Pennsylvania, auf und studierte an der Harvard Universität. 1934 reiste er für einen längeren Aufenthalt nach Paris, wo er berühmte Persönlichkeiten wie Gertrude Stein
und Alice B. Toklas kennenlernte. 1936 gründete Laughlin seinen eigenen Verlag New Directions, in dem er schon bald Werke namhafter Autoren wie Elizabeth Bishop, Tennessee Williams, Henry Miller und Vladimir Nabokov publizierte. Neben seiner Tätigkeit als Verleger verfasste er auch selbst Lyrik, die er in seinen Gedichtsammlungen wie etwa The House of Light oder The Pig, veröffentlichte. Mit Christine Pfammatters Neuübersetzung im vergangenen Jahr ist James Laughlins dichterisches Werk zu Recht wieder in
den Vordergrund gerückt.

Christine Pfammatter, geboren 1969 in Leuk-Stadt, studierte Philosophie, Literatur und Kunstgeschichte in Bern und Fribourg. Nach ihrem Studium lebte sie für einige Zeit in Paris und New York. Neben ihrem Prosawerk Zuviel
Sonne veröffentlichte Pfammatter zahlreiche ihrer Texte in Literaturzeitschriften und Anthologien. 2011 brachte sie den James Laughlin-Sammelband Dylan schrieb Gedichte heraus. Sie lebt und arbeitet als Schriftstellerin und Übersetzerin in Berlin.

Charles Bernstein, geboren 1950 in New York, wird der literarischen Avantgardebewegung der sogenannten Language Poetry zugeordnet. Bernsteins Arbeiten werden häufig durch ihre innovative Sprache als postmodern
bezeichnet. Er selbst beschreibt seine Dichtung als Spiel zwischen den Genres und Formgattungen. Bis dato veröffentlichte er mehr als 16 eigenständige Gedichtbände und drei Bücher mit Aufsätzen und Reden.
Bernstein lehrte an verschiedenen Universitäten, wie der Columbia, der Brown University und in Princeton. Heute lehrt er an der University of Pennsylvania.

In der Lettrétage haben Interessierte nun die Gelegenheit, spannende Einblicke in die Übersetzungsarbeit zu gewinnen. Die Bernstein-Übersetzer Norbert Lange, Mathias Traxler, Tobias Amslinger und Léonce W. Lupette
arbeiten derzeit an einer Übersetzung des Gedichtbandes All the Whiskey in Heaven / Selected Poems und präsentieren exklusiv ihre ersten Ergebnisse - direkt aus der Übersetzungswerkstatt!

14. März 2012 um 13 Uhr im Gymnasium Querfurt, Geistpromenade 29

Mile Stojić und Cornelia Marks: Cherubs Schwert
Gedichte und Essays

6. Oktober 2012, 18.00 Uhr, im Garten des Klubhauses "Heinrich Budde"

Zwetajewa-Feuer unter meiner Regie von Erich Ahrndt

Marion Quitz: Malerische Landschaften und zeichnerische Poesien - Ausstellung bis 10. 3. 2012

Leipzig Plagwitz, Lindenau und Schleußig standen Modell, ließen sie in den sonnigen Monaten Oktober und November diesen Jahres auf Entdeckungsreise gehen und ihren neuen Wohn- und Arbeitsort erkunden. Ihre ursprüngliche Heimat, der Spreewald, Biosphärenreservat und unerschöpfliche Quelle für geheimnisvolle Phantasien drängte sich ebenso als Künstlermuse in das bildnerische Thema. So eröffnet sich dem Besucher eine kontrastreiche Bilderreihe, die Tier- und Pflanzenwelt, Architektur und die menschlichen Figur in Ihre eigenwillige Form, Farbe und Linie übersetzt.

Die Bilderschau erhält zur Vernissage einen musikalischen Rahmen mit Liedern aus der Lausitz, der Slovakei, Russland, Irland.


 




 

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