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Elvira Veselinović
1994/95 Studienaufenthalt am University College Galway, Irland. Erwerb
des 'Diploma in Celtic
Studies', Magisterexamen (Universität zu Köln) in der Fächerkombination
Historisch-Vergleichende Sprachwissenschaft, Allgemeine Sprachwissenschaft
und Keltologie, Promotion im Fach Allgemeine Sprachwissenschaft an der Universität
zu Köln, Staatliche Übersetzerprüfung für Serbisch in Berlin
Übersetzertätigkeit
2010 Literaturübersetzerin für den Fischer-Verlag (Neue Rundschau)
2009 - 2010 Übersetzerin für TRAFFIC – News to go
2007 - 2009 freiberufliches Redaktionsmitglied bei KOMPASS. Soldat in Welt
und Kirche.
2002 Literaturübersetzungen aus dem Englischen ins Deutsche (transcript:
European Internet Review of Books and Writing)
1999 - 2005 Literaturübersetzungen aus dem Serbischen ins Deutsche (Prosa
und Poesie von
Jovan Nikolicacute; Theaterstück »Kosovo. Mon Amour« von J. Nikolicacute
und R. Sejdovicacute)
Veröffentlichungen im Leipziger Literaturverlag
| Kind aus dem Wasser. Aus dem Serbischen von Elvira Veselinović, LLV 2012 Milan Mladenović ist eine Ausnahmeerscheinung in der südslawischen Poesie. Seine Liedtexte genießen Kultstatus. Als Gitarrist, Sänger und Texteschreiber zweier Rockbands – Šarlo Akrobata und EKV (Ekatarina Velika, Katharina die Große) – galt er bereits zu Lebzeiten als urbaner Orpheus der alternativen Szene Jugoslawiens. Mit seinen erfolgreichen Platten sind ganze Generationen groß geworden. Die Konzerte waren überlaufen. 1992 schloß sich Mladenović mit anderen serbischen Musikern zur Formation Rimtuti Tuki zusammen, um gegen die Kriege auf dem Balkan zu protestieren. Bis heute ist die Ausdruckswucht von Mladenovićs Texten nicht verflogen – er verkörpert die Stimme einer düsteren Zeit und den lyrischen Aufschrei eines in sich zusammenstürzenden Landes. Mladenovićs Lieder sind das Gebetbuch und einigende Band für die Eingeweihten in der meist nur noch virtuellen Gemeinschaft „Ex-YU“. Die Bewunderung für Mladenović hat auf dem Balkan kultische Züge angenommen, als wäre er ein Botschafter des Aquarius – ein Kind aus dem Wasser. Die Texte Milan Mladenovićs werden in dieser Ausgabe von Elvira Veselinović erstmals in deutscher Sprache vorgelegt. |
| Zottelige Pferde auf Island. Aus dem Serbischen von Elvira Veselinović, LLV 2011(Sonderdruck zur Frankfurter Buchmesse) Den über 700 Seiten umfassenden autobiografischen Roman Bei den Hyperboräern, dem der Ausschnitt über Island entnommen ist, schrieb Crnjanski 1940. Am Rande des neuen Weltkrieges, war er damals jugoslawischer Diplomat in Rom. Das Buch ist ein subtiles literarisches Zeugnis über das Ende einer Epoche und zugleich eine anrührende Ode an die Schönheit und den Sinn des Lebens in den Weiten des nördlichen Europas. Fern von Heimat und eigener Sprache, melancholisch durch das faschistische Italien reisend, ahnte Miloš Crnjanski, daß sich ein unbegreifliches Unheil – „der große Krieg“ – unausweichlich nähert. Um einen Ausweg zu finden, vermischt er in seinem Text das Kulturerbe des Südens mit dem antiken Mythos über Hyperborea – „dem Land jenseits des Nördlichen“ – und eigenen Reiseerfahrungen aus dem Jahr 1937 nach Island, Jan Majen und Spitzbergen zu pazifistischen wie auch literarischen Visionen. Das ausgewählte Kapitel „Zottelige Pferde auf Island“ ist ein zeitloser Reisebericht über die Insel „in wahren Farben“ geschrieben, darüber hinaus ein antinationalistisches Plädoyer und ein engagierter Beitrag zur gesamteuropäischen Identität. (Milorad Živojnov) |